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Informationsdienst
Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Umweltbundesamt (UBA), 28.02.2003
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Verkehrslärm - höherer Blutdruck
Neue UBA-Studie
bestätigt Zusammenhang zwischen Straßenverkehrslärm
und Krankheitshäufigkeit Menschen aus stark mit Verkehrslärm
belasteten Wohngebieten sind häufiger wegen Bluthochdrucks
in ärztlicher Behandlung als diejenigen, die an weniger belasteten
Straßen wohnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Robert
Koch-Instituts (RKI) mit über 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). Besonders deutlich ist der
Zusammenhang zwischen Bluthochdruck-Behandlungen und der nächtlichen
Lärmbelastung. Dabei ist das Erkrankungsrisiko größer,
wenn die Betroffenen bei offenem Fenster schlafen.
Schon häufig
hat das UBA auf die Umweltlärm-Problematik sowie eine mögliche
Risiko-Erhöhung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Bewohnerinnen
und Bewohnern von stark mit Verkehrslärm belasteten Wohngebieten
hingewiesen. An einem jetzt abgeschlossenen Forschungsprojekt im
Rahmen des "Aktions-programms Umwelt und Gesundheit (APUG)"
des Bundesgesundheits-ministeriums (BMGS) und des Bundesumweltministeriums
(BMU) nahmen über 1.700 Menschen aus Berlin teil. Die Teilnehmenden
wurden in regelmäßigen Abständen vom Robert Koch-Institut
(RKI) auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht. Sie füllten
einen Fragebogen zur Störung durch Lärm in ihrem Wohnumfeld
aus und machten Angaben zur Lage ihrer Wohn- und Schlafräume
im Hinblick auf die Lärmquelle. Mit Hilfe der Lärmkarte
der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurde der
mittlere Straßenverkehrslärmpegel tags und nachts außen
vor den Wohnungen bestimmt. In ärztlichen Interviews wurden
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie nach ärztlichen
Behandlungen seit der letzten Untersuchung durch das RKI sowie im
Laufe ihres gesamten Lebens befragt (Krankheits-Prävalenz).
Zu den dabei betrachteten Krankheiten gehörten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
wie Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinfarkt, Stoffwechselerkrankungen
- wie erhöhter Blutzucker und erhöhte Blutfette - sowie
allergische Erkrankungen. Statistisch gesicherte Zusammenhänge
zwischen dem Lärm und der Prävalenz von Krankheiten ergaben
sich bezüglich Bluthochdrucks. Dabei wurden andere Faktoren,
die den Blutdruck beeinflussen - zum Beispiel Lebensalter, Körpergewicht
und soziale Schicht - berücksichtigt. Der Studie zufolge hatten
Menschen, die nachts vor ihrem Schlafzimmerfenster einen mittleren
Schallpegel von 55 Dezibel oder mehr hatten, ein fast doppelt so
hohes Risiko, wegen Bluthochdrucks in Behand-lung zu sein, wie diejenigen,
bei denen der Mittelungspegel unter 50 Dezibel lag. Das relative
Risiko war größer, sofern nur Personen betrachtet wurden,
die bei offenem Fenster schliefen. Zusammenhänge mit anderen
Krankheiten - zum Beispiel erhöhte Blutfette oder Migräne
- deuteten sich ebenfalls an, konnten statistisch jedoch nicht gesichert
werden.
Die Ergebnisse
zum Bluthochdruck stehen im Einklang mit Ergebnissen früherer
Untersuchungen des UBA, in denen sich ein höheres Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei stärker mit Lärm belasteten
Menschen zeigte. Das UBA plädiert daher für Lärm-minderungen
zum Schutz der Nachtruhe, um nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit
zu verhindern.
Berlin, 28.02.2003
Der Forschungsbericht
"Epidemiologische Untersuchungen zum Einfluss von Lärmstress
auf das Immunsystem und die Entstehung von Arteriosklerose"
ist in der Reihe WaBoLu-Hefte des Umweltbundesamtes als Nr. 01/03
erschienen, umfasst 402 Seiten und kostet 10 Euro. Er ist erhältlich
bei Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1-2, 10787 Berlin, Telefon
030 / 2 11 60 61, Fax 2 18 13 79. Eine Bestellung ist auch im Internet
unter http://www.umweltbundesamt.de, Stichwort "Publikationen",
möglich.
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